Weihnachten in Wisconsin (mit Rezept)

Photo by Timothy Eberly on Unsplash

Im mittleren Westen der USA sind die Winter kalt, schneereich und scheinen nie enden zu wollen. Aus dieser Gegend stammt mein Freund, der seine Kindheit im ländlichen Wisconsin verbracht hat und auf einer Farm aufgewachsen ist. Die Familie hielt Hühner und auch einige Pferde, die – falls der Motor bei eisigen Temperaturen einmal nicht anspringen wollte – auch als Transportmittel dienten, um dringende Besorgungen zu erledigen. Der Bundesstaat Wisconsin ist übrigens das Herzland der amerikanischen Milchproduktion, weswegen er oft “Dairyland” genannt wird. Kein Wunder, dass mein Freund immer etwas traurig ist, wenn wir nicht genug frische Milch im Kühlschrank haben 😉

Die ersten Siedler, die im 19. Jahrhundert aus Deutschland, Norwegen und Polen kamen, brachten ihre Bräuche und Traditionen in die neue Welt. Insbesondere die deutschen Einwanderer haben Wisconsin geprägt: bis heute sind Bratwürste und Sauerkraut unglaublich beliebt und sogar McDonalds hatte dort für kurze Zeit Bratwürste (genannt “brats”) im Angebot!

In der klirrenden Kälte des mittleren Westen erfreute sich also die Familie meines Liebsten an Weihnachten an einem leckeren Braten, serviert mit einer liebgewonnenen Beilage, die in den USA sehr bekannt ist, aber hierzulande kaum einer kennt: Stuffing.

Wie der Name bereits erahnen lässt, wird “Stuffing” (dt. Füllung) in Amerika zunächst an Thanksgiving dafür verwendet, um den Truthahn damit zu befüllen. Da die Weihnachtssaison in den Vereinigten Staaten schon mit Thanksgiving anfängt, wird Stuffing an den Weihnachtsfeiertagen einfach noch einmal zubereitet, oft auch als Hauptgericht, ganz einfach weil es so lecker ist.

Stuffing ist in seiner Konsistenz dem deutschen Semmelknödel nicht unähnlich, jedoch wird das Gericht nicht in Form von Knödeln zubereitet, sondern ausgebreitet in einer Ofenform gebacken. Diese Zubereitungsform ist auch die Lieblingsvariante meines Liebsten.

Foto: Catharina Zeise https://fit-weltweit.de/

Das erste Mal bereitete er dieses köstliche Comfort Food an Weihnachten 2014 zu und seitdem kann ich mir ein Weihnachten ohne Stuffing nicht mehr vorstellen. Ob nun, wie damals mit Ente, oder wie letztes Weihnachten mit vegetarischen Kohlrouladen: es ist immer wieder ein Genuß und der Duft, der während des Backvorgangs aus dem Ofen strömt, bringt uns alle Jahre wieder in richtig schöne Weihnachtsstimmung 😉

Der Zauber dieses herzhaften und wärmenden Gerichts liegt in den weihnachtlich angehauchten, aromatischen Gewürzen und Zutaten:

Muskat, Piment, Rosmarin, Thymian, Zimt, Cranberries und ein roter Apfel sorgen nicht nur in der Nase für Wohlbefinden, sondern auch Dein Gaumen wird sich über diese weihnachtliche Komposition freuen.

Bist Du bereit, die “Magic of Stuffing” selbst zu probieren? Na dann, auf gehts!

Foto: Catharina Zeise https://fit-weltweit.de/
Foto: Catharina Zeise https://fit-weltweit.de/

Hier das Rezept mit der Lizenz zum Nachkochen:

Zutaten:

10-12 Scheiben Brot, gewürfelt (ca. 6 Tassen). Es ist möglich, verschiedene Brotarten zu mischen: Weissbrot, Toast, Vollkorn- oder Maisbrot

1 1/2 EL Olivenöl

1 EL Butter

2 Knoblauchzehen – fein gehackt

3 Staudensellerie-Stangen fein gehackt (Blätter auch verwenden!)

1/4 TL Muskat (gemahlen)

1/8 TL Zimt (gemahlen)

1 TL getrockneter Thymian oder 1 EL frische Thymianblätter (gehackt)

1 1/2 TL getrockneter Rosmarin oder 1 EL frischer Rosmrin (gehackt)

1 TL Piment (grob im Mörser zerstoßen)

1/2 Tasse getrocknete Cranberries

1 roter Apfel, gehackt (mit Haut – nicht schälen!)

1 Handvoll Walnüsse (grob gehackt)

2 Tassen Gemüsebrühe

2 Eier (leicht aufschlagen)

Salz zum Würzen

Pfeffer, frisch gemahlen; zum Würzen und Abschmecken

Optional für Fleischesser:

4 Scheiben Bacon – klein geschnitten

Zubereitung:

  1. Ofen auf 135 Grad Celsius vorheizen. Brotwürfel auf einem Backblech verteilen und gleichmäßig rösten, dabei mehrmals wenden. Dieser Vorgang sollte ungefähr 45 Minuten dauern und dient dazu, das Brot komplett von Feuchtigkeit zu befreien, ähnlich wie beim Toasten. Die gerösteten Brotwürfel in eine große Schüssel geben.
  2. Öl in einer großen beschichteten Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen, dann die Butter hinzufügen. Nach dem diese geschmolzen ist, Zwiebeln und Knoblauch dazugeben und bei mittlerer Hitze leicht bräunen. Füge den fein gehackten Sellerie und einen Esslöffel Brühe hinzu, und lasse die Gemüsemischung ungefähr 8 Minuten kochen. Reduziere anschließend die Temperatur und füge gemahlene Muskatnuss, Zimt, Rosmarin und Thymian und Piment hinzu und lass alles kochen, bis das Gemüse weich ist.
  3. Gib die gekochte Gemüsemischung mit dem gerösteten Brot in eine große Schüssel. Füge die Cranberries, Walnüsse und den gehackten roten Apfel hinzu. Gieße die Brühe langsam hinein und mische alles gut durch, so dass alle Brotwürfel gleichmäßig durchfeuchtet sind. Eier dazugeben und weiterhin gleichmäßig vermengen, aber nicht kneten. Mit Salz und schwarzem Pfeffer würzen.
  4. Gib das Stuffing auf ein mit Backpapier ausgelegtes Ofenblech und decke es mit Alufolie zu. Backe das Stuffing bei 160 Grad für ca. 40 Minuten.
  5. Optional: Während das Stuffing im Ofen backt, kannst Du zusätzlich Baconstückchen in der Pfanne anbraten, bis sie gleichmäßig gebräunt sind. Beiseite legen.
  6. Nach ungefähr 40 Minuten Backen, entferne die Folienabdeckung und lasse das Stuffing einige Minuten backen, bis es an der Oberseite schön braun und knusprig ist. Nimm es anschließend aus dem Ofen nehmen und streue die (optionalen) Baconstückchen vor dem Servieren auf das Stuffing.

Zusätzliche Tipps aus unserer Stuffing-Praxis:

  1. Du kannst das Brot in der Nacht zuvor rösten. Bewahre die gerösteten Brotwürfel über Nacht gut in einem luftdichten Behälter und an einem kühlen Ort auf.
  2. Bevorzugst Du Dein Stuffing eher saftig, füge einfach mehr Brühe oder Wasser hinzu.
  3. Für eine vegetarische Version ersetzt Du einfach den Speck durch Pilze.
  4. Alufolie ist nicht sehr nachhaltig. Wir nutzen sie nur noch selten in unserer Küche und wenn wir sie – wie beim Stuffing – benutzen, säubern wir sie nach der Nutzung vorsichtig und verwenden sie wieder.

 

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